Projekt: Am Ende bleibt es Arbeit

Helmut, Armaturenschlosser, HSP

 

Armin, Techniker, HSP

Armin, Techniker, HSP

 

Peter, Schlosser Verfahensmechanik, HSP

 

Bastian, Schlosser Instandhaltung, HSP

 

Lukas, Schlosser Verfahrensmechanik, HSP

 

Pia, Danuta, Julia, Nele, Chiara, Ateliergemeinschaft Kaleidoskop* Raum für Gespinste

 

Axel, hei-tro GmbH, Union Gewerbehof

 

Claudia, Inhaberin Straßencafé & Hofcafé

 

Bilal, Kiosk Adler 59, Familienbetrieb

 

Daniela, Inhaberin & Yogalehrerin deYn Yoga Atelier

 

Frank, Inhaber & Friseurmeister Kinkys Friseur im Park

 

Familie Sritharan, Inhaber, S.K. Silks & Gold Paraadise

1.
Montanindustrie, das klingt schon so geil, nach doppelter Ausbeutung, nach auf links gedrehter Landschaft und den dazugehörigen Handschuhen, ganz schmutzig durchs Buddeln im Berg. Spundwand, auch so ein Wort, Kindheit am Kanal und Kaiser Wilhelm II, der meinte, Deutschlands Zukunft liege irgendwo auf dem Wasser, woraus nichts wurde, natürlich nicht. Die Spundwände trugen keine Schuld, panta rhei, aber letztlich ging es dann doch ziemlich fix, zumindest am Zeitraum gemessen, den die Urfarne benötigt hatten, um sich in Steinkohle zu verwandeln.
2.
Mit ihren Porträts stellt Sabrina Richmann vorderhand Arbeiter, die im alten Werk der Dortmunder Union beschäftigt waren, jenen gegenüber, die einen Steinwurf davon entfernt und angesiedelt auf einem ehemaligen Teil des Werkgeländes, dem Union Gewerbehof, ihren selbstständigen Tätigkeiten nachgehen. 28 Jahre lang prägte auch dieser Anachronismus den Alltag des Viertels, bevor die Hoesch Spundwand und Profil GmbH im Dezember 2015 ihre Produktion endgültig einstellte.
3.
Vielleicht ist es ja ein Missverständnis, dass im Ruhrgebiet der Arbeit allgemein folkloristische Attribute anhängen. Was aber auch klar ist: Am Ende bleibt es Arbeit. Richmann nimmt deshalb den im HSP-Werk gesponnenen Faden innerhalb ihres Bekanntenkreises wieder auf, um ihn zuerst mit dem Gewerbehof und seiner Kreativwirtschaft, später mit dem Einzelhandel im Unionviertel zu verknüpfen. Da finden sich dann auch, na klar, die großen Konstanten des Ruhrgebietsalltags, die Kneipen und Kioske, die Textil- und Lebensmittelhändlerinnen, die Trödelläden und Eisdielen, kurzum all jene Institutionen, die sich für den Strukturwandel oder Salzgitter noch nie so richtig interessiert haben.

Die Fotozeitung Am Ende bleibt es Arbeit- eine fotografische Exkursion in die Arbeitswelten des Unionviertels entstand 2016 im Rahmen der Westpassage. Die Westpassage ist ein Projekt des Union Gewerbehofs Dortmund. Gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen im Förderrahmen der Kreativ. Quartiere Ruhr.

Konzeption, Fotografie, Interviews: Sabrina Richmann
Text: Pascal Richmann
Gestaltung: Danuta Drwecki

Erste Auflage 2016 / 500 Exemplare

Auszüge aus der Fotozeitung Am Ende bleibt es Arbeit